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Endidae

Ortungs- und Rekonstruktionsversuch um die Römerstation Endidae 

 
 

Inhalt

1. EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMATIK UND UNTERSUCHUNGSMETHODE
2. DIE PROJEKTAUFGABE UND ZIELSETZUNG
3. ENDIDAE IM BLICKFELD DER HISTORIKER
4. ENDIDAE IM BLICKFELD EINER PSI-ORTUNGSARBEIT
    4.1. Allgemeine Hinweise
    4.2. Zur Namensdeutung und ersten Ortungsrichtung
    4.3. Die wichtigsten PSI-Ortungs- und Rekonstruktionsergebnisse
    4.4. Die ersten Oberflächenfunde
    4.5. Nachtrag zu weiteren schriftlichen Hinweisen
5. SCHLUSSBEMERKUNG

6. ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISSE 2003-6
7. LITERATURAUSWAHL


 

 

 

Danksagung
an die Bibliotheken Tessmann-Bozen und Neumarkt, an die zitierten Fachautoren und an das Raumordnungsamt für dessen vorzügliches Luftbildangebot.
 
 

1. Einführung in die Problematik und Untersuchungsmethode

In der Geschichte und Archäologie sind die Forscher sehr häufig mit der komplexen Situation von verschollenen, historisch bedeutsamen Objekten und Örtlichkeiten konfrontiert. Die Lösung dieser Problematik wird bekanntlich über Jahrzehnte oder gar  Jahrhunderte vor sich hergeschoben und gilt nicht selten aufgrund unzureichender Hinweise als unlösbar. Ab und zu hilft der Zufall weiter, aber im Großen und Ganzen bleiben in solchen Fällen interessante und bedeutende Objekte und die in diesem Zusammenhang zu gewinnenden Erkenntnisse verborgen. Dieser Problematik ließe sich zwar theoretisch mit einem entsprechend höheren Suchaufwand begegnen, der jedoch mit exorbitanten, finanziellen Ausgaben verbunden wäre und damit nicht realisierbar ist (siehe auch Schlussteil).

Eine letzte, im Allgemeinen unterschätzte Lösungsmöglichkeit bietet noch der grenzwissenschaftliche Bereich. Leider ist der Zugang dieser (anomal-kognitiven) Disziplinen schwierig, auch weil diese aus dem etablierten Bildungs- und Wissenschaftssystem ausgeschlossen sind. Mangels entsprechender Sensibilisierung ist es auch nicht verwunderlich, wenn hier jene PSI-Erfahrungen kaum über die bekannten Zufallserscheinungen hinauswachsen können.

PSI-Definition aus Meyers Lexikon: "Bezeichnung für eine von allen natürlichen Funktionen unterschiedene parapsychologische Funktion, die für die Erklärung psychischer oder psychophysischer Wechselwirkungen zwischen Subjekt und Objekt angenommen wird, wenn keine sensorische bzw. sensormotorische Vermittlung festzustellen ist."
Dabei geht es in diesem Falle vor allem um die sogenannte ASW ("AußerSinnliche Wahrnehmung"). Meiner Erfahrung nach wären durchaus noch sensorische Übermittlungen feststellbar, jedoch nicht in dem Ausmaß wie es in Laborbedingungen immer erwünscht wäre. 

Ausgangsthese ist, dass nicht nur unter der Erde oder in den Genen verschüttete Informationen erreichbar gemacht werden können, sondern auch über die Tiefen des Unterbewussten. Meine frühen Erfahrungen in diesen Grenzbereichen führten zu eigenen Forschungsarbeiten und Methodenentwicklungen (Psychoinformatik). Im Wesentlichen kommt es dabei auf den speziellen Verbindungsaufbau zum kollektiven Unterbewusstsein an und der daraus zu erzielenden Qualität an Sub-Informationen. Das richtig eingestellte Wahrnehmungsmaß von Bewusstsein und Unterbewusstsein ermöglicht eine Kommunikationsleistung zwischen den beiden Ebenen, die normalerweise unbekannt und nicht verfügbar ist. Allerdings geschieht die Informationsübertragung prinzipiell in Feinstsignalen und erfordert höchste Aufmerksamkeit und Konzentration. Ein jahrelanges Einarbeiten in diese Materie kann die entsprechenden Zugänge freisetzen - die Vorraussetzung für eine erfolgreiche Anwendung. 

Ausführlichere Einführung in Mythen und Ortung
 

2. Die Projektaufgabe und Zielsetzung

In den vergangenen Jahren habe ich hierzu vorerst interessehalber relativ große, bekannte aber schwer zugängliche Geschichtsthemen (Atlantis, Odyssee, u.a.) aufgearbeitet und die Ergebnisse auszugsweise veröffentlicht. Da jedoch die meisten Historiker sich damit nicht ernsthaft befassen würden, habe ich für die vorliegende Vergleichsstudie ein historisch und geographisch relativ kleines und einfach zugängliches Ortungsziel gewählt, in welchem ich noch etwas näher eingegangen bin, als bisher zu den obigen Veröffentlichungen. Damit steht Interessierten einmal eine leichter überschaubare Vergleichsebene zur Verfügung, die es auch binnen kurzer Zeit und geringerem Aufwand erlaubt, sich einen ersten Einblick in die Leistungsfähigkeit derartiger interdisziplinären Untersuchungen zu verschaffen.

Für dieses Ortungsunternehmen fiel die Wahl auf die römische Straßenstation Endidae im Südtiroler Unterland, das im römischen Reichsitinerarium Antonini (3./4. n. Chr. Jahrhundert) aufgelistet wurde und im Raum Neumarkt - Auer - Montan innerhalb einer Fläche von etwa 6 bis 8 km² vermutet wird. Die Kenntnis über die genauere Lage muß nach Schleifung der Anlage im Laufe des Frühmittelalters verloren gegangen sein und blieb seither verschollen. Spätestens im 19. Jahrhundert verstärkte sich das Interesse, die Positionen verschollener römischer Straßenkastelle und dazugehöriger Römerstraßen wieder zu finden, die jedoch bis heute in vielen Abschnitten sehr umstritten blieben. Erschwerend für dieses Vorhaben wirken sich zudem die inzwischen in hohem Ausmaß zugenommenen Eingriffe in Natur und Landschaft aus. Diese schwierige Situation stellt sich ebenso für die Römerstation Endidae samt des dazugehörigen Trassenverlaufs der Via Claudia Augusta ein. Da nun die zu diesem Umfeld getätigten erhöhten, archäologischen Forschungstätigkeiten der letzten Jahrzehnte bisher seltsamerweise auch keine zufriedenstellende Klärung erbracht haben, ergab sich für dieses vorliegende Projekt ein weiteres, interessantes Ortungsziel mit Blindtest-Bedingungen für den PSI-Bereich.

In den beiden folgenden Abschnitten soll mittels dieses speziellen Beispiels die resultierende Forschungssituation vergleichsweise einmal aus Historikersicht und ein andermal aus der Perspektive einer PSI-Ortungsarbeit (Präprospektion) kurz dargestellt werden. Das Ziel dieser Studie soll gleichzeitig die unterschiedlichen Leistungsbilanzen veranschaulichen, wie sie bei den schwierigen Ausforschungsverhältnissen im Falle verschollener Objekte und Örtlichkeiten auftreten können. Dabei soll vor allem überprüft werden, wie gut sich PSI-Ortungsergebnisse als Planvorgaben für die näheren, konventionellen Feldforschungsmethoden bewähren können.
 
 

3. Endidae im Blickfeld der Historiker

Nachfolgend ein zusammenfassender Ein- und Rückblick über die Grundkenntnisse, Meinungen, Differenzen und neuen Forschungsergebnisse um die Station Endidae und seiner Lokalisierungsversuche aus Historikersicht. Damit hier auch eine gewisse Authentizität der sich daran reibenden Forschungsbemühungen gewahrt bleibt, werden hierzu einige der letzthin aktualisierten Fachbeiträge in gebündelter Zitatform (weiß) wiedergegeben:

Gunther Langes in "Überetsch und das Bozner Unterland", 1991, fünfte überarbeitete Auflage:
(S.164/165) 
Die Geschichte des Ortes Neumarkt reicht sehr weit zurück. Im römischen Reichsitinerarium Antonini lag die Straßenstation Endidae wohl ungefähr an der Stelle des heutigen Neumarkt, wird aber von anderen Forschern weiter nördlich und auch bei Auer gesucht. Die Lage des alten Endidae ist jedoch nur von wissenschaftlichem Interesse...
(S. 169)
 ... Castelfeder birgt das größte Geheimnis des Unterlandes. An ihm rätseln seit jeher die besten Köpfe der Gelehrten herum, Burgen- und Namenkundler, Heimat- und Völkerforscher, Historiker und Archäologen...
(S.170) 
... So wurden auf einer Terrasse an der Südseite des Rabenkofels Spuren von 160 vorgeschichtlichen Wohnbauten entdeckt (G. Innerebner) mit Wallanlage, Tor und Vorwerk. Diese merkwürdige Anlage halten einige für das vorrömische Endidae (dieser Name ist ebenfalls vorrömisch). Der Forscher Reinecke meint hingegen, Endidae sei auf der Kuppe des Rabenkofels zu suchen, bloß später wäre der Name auf die römische Poststation unten im Tale übergegangen. Diesen römischen Stützpunkt lässt er einer Übermurung durch den Auerer Bach zum Opfer fallen, was durchaus anzunehmen wäre. Später dann sei der Name wieder der Hügelsiedlung beigelegt worden. In der Nähe des Burghügels fand man auch römische Inschriftensteine, die vermuten lassen eine römische Straße habe den Sattel hinter dem Rabenkofel von Pinzon her überquert (V. Malfér 1970).
Mit der Deutung des ältesten Namens, bzw. dessen Feststellung, hat es ebenfalls seine Schwierigkeiten. Von den dreizehn beim Frankeneinfall im Jahre 590 zerstörten, langobardischen Kastellen oder befestigten Anlagen der Langobarden im Etschtal, die uns ihr Geschichtsschreiber Paulus Diaconus aufzählt, wurde bisher "Ennemase" als Burg auf dem Rabenkofel gedeutet. Neuerdings will man für die noch nicht mit Sicherheit identifizierte, ebenfalls gebrochene Feste Fagitana ("Aichholz" -
Anm.: eigentlich müsste hier "Buchholz" gemeint sein), die man bis heute in Faedo oder Buchholz (K.M. Mayr) vermutete, das heutige Castelfeder setzen und „Ennemase“ als Siedlung am Fuße des Berges suchen...

In "Neumarkt an der Etsch", 1997:
Lorenzo Dal Ri, Giovanna Fusi 
Beitrag: Archäologie der Gemeinde Neumarkt und Umgebung:
(S. 87)
Den ursprünglichen Standort der Straßenstation Endidae setzt Reinecke in den Bereich der Talebene und erwägt eine Verlegung derselben auf die Anhöhe Castelfeder um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. anlässlich der drohenden Einfälle germanischer Völkerschaften. ... Er nimmt des weiteren an, dass die römische Niederlassung schon im Laufe des 5. Jahrhunderts zerstört worden sei, während kein Beweis dafür bestehe, das Castrum Ennemase (Endidae Mansio), von Paulus Diaconus für das Jahr 590 erwähnt, notwendigerweise auf die Hügelkuppe von Castelfeder zu postieren, und nur die Auffindung von Gräbern aus merowingischer Zeit (die damals noch nicht freigelegt waren) hätte die Lokalisierung des Castrums möglich gemacht.
(S. 97)
Im Laufe der Jahre 1979/80 wurden an der nördlichen Peripherie von Neumarkt in Richtung Vill anlässlich großräumiger Baumaßnahmen immer wieder Bodenschichten von archäologischem Interesse freigelegt. ...
Speziell im Bereich des Kanalisationsgrabens unterhalb der heutigen Bozner Straße (ehemalige Brennerstraße) kamen diverse Reste von römischen Gebäuden und das kurze Teilstück einer antiken Straße zum Vorschein. Der Straßenbelag bestand aus angepresstem Schotter, worauf noch drei parallelverlaufende Radrillen mit 90 cm Radabstand erkennbar waren. In diesem Bereich wurden zudem große Mengen von Ziegelsplitt geborgen und Reste einer antiken Kalkmauer als Straßenbegrenzung ermittelt. Es entstand der Eindruck, dass die Trasse zumindest teilweise vom Verlauf der heutigen Straße abweicht, so dass alles in allem diese Anlagen mit gutem Grund als römisch zu bezeichnen sind.
Etwa hundert Meter nördlich von dieser Baustelle ist bei Straßenarbeiten im Jahr darauf bei Kahn ein mächtiger gemörtelter Mauerkomplex zum Vorschein gekommen, der wohl einem weiträumigen Gebäude zuordenbar ist. Die Lage unmittelbar an der Straße und die Anordnung der Räume führten vielleicht berechtigterweise dazu, diesen Komplex als Straßenstation (mansio) zu interpretieren. Derartige Aufenthaltsstationen mit Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeit erbaute man an wichtigen Verbindungsstrecken für Händler und Reisende. Auch Bäder, Schmiede, Post- und Pferdewechselstation waren meist integriert. Systematische, im Jahre 1995 durchgeführte Grabungen haben diese Hypothese weitgehend bestätigt. Es erscheint jedoch sehr plausibel, in diesem Straßenstück einen Abschnitt der Via Claudia Augusta zu sehen, dieser wichtigen Verbindungsstrecke zwischen Po und Donau, deren Verlauf entlang der Etschtales gesichert ist. Es könnte demnach durchaus sein, dass diese Mauerstrukturen an der alten Straße ursprünglich der mansio Endidae gehörten, die im Itinerarium Antonini (Reisehandbuch aus dem Beginn des 3. Jahrhunderts n. Chr.) erwähnt wird.) Es fehlt auch nicht an Funden (Ziegelstempel AVRESIS, ...), die eine zeitliche Einordnung dieser Gebäudeanlagen in eine sehr frühe Phase römischer Präsenz in Südtirol (1. Jahrhundert n. Chr.) erlauben....

In "Neumarkt an der Etsch", 1997:
Georg Tengler
Beitrag: Geschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit
(S.119-122)
Endidae lag also 24 Meilen nördlich von Trient, eine römische Meile war 1478 m lang, 24 Meilen sind also 35,47 km. Dieser Punkt entspricht der heutigen Vill bzw. dem Südfuß des Hügels von Castelfeder. ... Wo lag Endidae? Der Name Vill geht nach übereinstimmender Meinung der Historiker auf eine römische Villa zurück, also ein Landgut oder eine ländliche Siedlung. Die zahlreichen Funde römischer Münzen, die erst im Jahre 1988 vom Landesdenkmalamt unter der Marienkirche in der Vill entdeckten Mauerreste und der vor kurzem gefundene römerzeitliche Friedhof zwischen der Vill und Neumarkt bezeugen eine frühe Besiedlung des Ortes. Dieser liegt klimatisch sehr günstig, weil er nach Süden hin offen und gegen Norden durch eine Anhöhe geschützt wird. Verkehrsmäßig lag diese Villa an der von Süden kommenden Via Claudia Augusta Padana, von welcher bei Grabungen 1980 unter der heutigen Staatsstraße beim Kaufhaus Unterland in Neumarkt Reste gefunden wurden. Der Weg ins waldreiche Fleimstal zweigte hier nach Osten ab.
Von der Vill aus scheint die Römerstraße in gerader Fortsetzung den Sattel von Castelfeder überschritten zu haben. Dies wird aufgrund der dort gefundenen zwei Meilensteine angenommen. Der Trassenverlauf ist nicht eindeutig zu rekonstruieren. Außerdem dürften die beiden Meilensteine aus folgenden Gründen nicht als zwingender Beweis für den Verlauf der Straße über den Sattel von Castelfeder gewertet werden: Zum einen war ein Stein wahrscheinlich in der Barbarakapelle auf Castelfeder eingemauert, und vom anderen sagt Reinecke: "Die Fundumstände sprechen nicht einwandfrei dafür, dass der Stein an seinem ursprünglichen Standort umgefallen ist." Vielleicht kamen die Meilensteine erst in einem späteren Zeitpunkt von der Viller Gegend auf den Berghügel. Rein technisch ist nämlich der Verlauf der Straße am Fuße des Hügels von Castelfeder entlang nicht auszuschließen, wenn auch die Etsch bis hart an den Bergfuß herankam und zudem noch der Schwarzenbach hier in die Etsch mündet... Für den Verlauf der Straße über den Sattel von Castelfeder spricht hingegen der Umstand, dass unmittelbar unter der ehemaligen Überquerung des Schwarzbaches bei Auer 1980 beim Bau der dortigen Turnhalle Gräber (?) gefunden wurden, die leider nicht näher untersucht worden sind. Von römerzeitlichen Gräbern in der angrenzenden sogenannten Joggelewies berichtet auch Malfér. Eine sichere Festlegung der römischen Trasse zwischen Auer und Algund ist bisher unmöglich, da direkte Anhaltspunkte im Gelände fehlen....
Das römische Endidae lag also an der Straße im Bereich der Vill, wahrscheinlich wurde gegen Ende des 3. Jahrhunderts die ungeschützte Lage im Talboden durch die Alemanneneinfälle immer unsicherer, so dass die Siedlung von der Vill auf die leichter zu verteidigende Kuppe von Castelfeder verlegt werden musste.
Wahrscheinlich ist die Siedlung in der Vill nicht endgültig aufgegeben worden. In den Annalen der Säbener Kirche wird erwähnt, wie Kaiser Gratianus auf der Reise von Verona nach Rätien am 6. August 379 in Trient, am 12. August in Vico Augusti, potius Augi sive Augie, vico olim noto inter Tridentum et Bauzanum, und am 28. August in Bauxare (Bozen?) Gesetze erließ. Wo liegt dieses Dorf des Augustus oder diese Au zwischen Trient und Bozen? Atz/Schatz setzen diesen Ort mit Endidae gleich, ohne dies näher zu begründen. Der Aufenthalt Kaiser Gratians in unserer Gegend dürfte mit einem Feldzug gegen die Einfälle der Alemannen in die rätischen Provinzen zusammenhängen. Einer der beiden römischen Meilensteine, welche auf Castelfeder gefunden wurden, ist unter Gratian beschrieben worden. Die Annalen der Säbener Kirche berufen sich auf den Codex Theodosianus, wobei die Gleichsetzung Bauxare =Bozen stark zu bezweifeln ist...
Gegen die Franken gerichtet schlossen die Langobarden ein Bündnis mit den Bajuwaren. Im Jahre 590 griffen die Franken, wohl über den Reschen vorrückend, das Herzotum Trient an. Diaconus gibt dazu folgende Beschreibung:
"Cedimes aber mit dreizehn Herzögen marschierte von der linken Seite nach Italien ein, eroberte fünf Burgen und ließ sich von den Einwohnern Treue geloben. Bis vor Verona kam das Heer der Franken; die meisten castra (= befestigte Siedlungen) ergaben sich ohne Widerstand, nachdem sie den eidlichen Versprechungen Glauben geschenkt hatten, dass ihnen kein Leid widerfahre. Die Namen der castra aber, die im Tridentinerlande zerstört wurden, sind: Tesana (Tisens), Maletum (Mölten?), Sermiana (Sirmian), Appianum (Eppan), Fagitana (Buchholz), Cimbra (Cembra), Vitianum (Vezzano), Brentonicum (Brentonico), Volanes (Volano), Ennemase (Enn), zwei in Alsuca (Borgo Valsugana) und eine in Verona. Und nachdem all diese castra von den Franken zerstört worden waren, wurden sämtliche Einwohner von ihnen gefangen fortgeführt." Den Namen des Kastells Ennemase versuchen mehrere Forscher mit Endidae gleichzusetzen und aus Enne Mansio zu erklären. Diese Lokalisierung hat bis heute nicht überzeugt, vor allem fällt der Umstand auf, dass bei Diaconus die eroberten Kastelle in der Reihenfolge des fränkischen Vormarsches aufgezählt werden, also von Norden nach Süden. Demnach müsste unser Ennemase, wie Heuberger schon 1934 richtig vermerkte, etwa in der unteren Valsugana liegen.
Heute scheint sich, nach vielen Diskussionen um die Lokalisierung von Ennemase, wieder die Identifizierung mit Enn oder Castelfeder durchzusetzen.
...
Um das Jahr 679 kam es zu internen Machtkämpfen innerhalb der langobardischen Führungsschicht. Diaconus berichtet in diesem Zusammenhang von einem bajuwarischen Grafen in Bozen (comes Baivariorum), welcher sich in den Kampf auf der Seite des Langobardenkönigs gegen dessen Herzog in Trient einmischte. Bei dieser militärischen Auseinandersetzung wurden mehrere Wehrdörfer im Etschtal zerstört, vielleicht auch Castelfeder. Um 720 schoben sich die Langobarden wieder bis Meran vor; unter dem Bajuwarenherzog Tassilo III. mussten sie wieder bis unter Bozen zurückweichen. Nach der Unterwerfung des Langobardenreiches durch Karl den Großen 774 kam bald nach 784 auch unser Gebiet des Herzogtums Bayern zum fränkischen Reich. Fränkische Krieger rückten diesmal von Trient aus durch das Etschtal gegen die Bajuwaren bis ins Bozner Gebiet vor. Südlich von Bozen kam es zur Entscheidungsschlacht.

Archäologie der Römerzeit in Südtirol 
Forschungen zur Denkmalpflege in Südtirol - Abteilung Denkmalpflege, Amt für Bodendenkmäler - 2002
Aus der Zusammenfassung des Beitrags von Stefano di Stefano
(S. 258)
Die mansio von Neumarkt - Endidae | Das Amt für Bodendenkmäler Bozen hat in Kahn (Ortsteil von Neumarkt) eine römische Baulichkeit ausgegraben, die einen rechteckigen Grundriss von 29x25m besitzt; das entspricht einer Fläche von 737 m²...
Über die Funktion dieses Gebäude gibt es verschiedene Theorien. Da das Gebäude im Norden des Ortskerns von Neumarkt liegt, nehmen viele Fachleute an, dass es sich hierbei um die mansio Endidae handelt, die im Itierarium Antonini genannt wird und 23 Meilen (Richtung Norden) von Tridentium entfernt war.
Die Entdeckung von Resten einer römischen Straße (unter der heutigen Bozner Straße) aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. lässt eine Verbindung zwischen dem Gebäude und der Via Claudia Augusta vermuten.
...
Ob das Gebäude aus Neumarkt eine mansio war, kann jedoch nicht eindeutig festgestellt werden. Es könnte sich auch um ein Gebäude der kaiserlichen Verwaltung oder um eines der vielen kleinen Sekundärgebäude handeln, zum Beispiel um ein popiniae, hospitalia oder ganea, die den Raststationen die Form einer kleinen Stadt gaben. Eine solche Raststation findet man in Südtirol bei St. Lorenzen/Sebatum. Auch die mansio bei Endidae, um die sich die einzelnen Gebäude gruppierten, könnte so ähnlich ausgesehen haben.
Das Gebäude in Neumarkt, das etwa um das 1. Jh. n. Chr. errichtet wurde, wurde im 3. Jh. n. Chr. von einem Erdbeben zerstört.

...

In "Montan" Band 1, 2003:
Im Beitrag "Die Vergangenheit von Castelfeder" der Autoren Elisabetta Baggio, Lorenzo Dal Ri (Übers.: Lia Niederjaufner-Nussbaumer, Daniel Lorenz) wird bereits zuvor Zitiertes (siehe "Neumarkt an der Etsch") noch ausführlicher und besser dargestellt, jedoch leider ohne neue  Erkenntnisse zur weiterhin ungelösten Lokalisierungsproblematik um Endidae und Ennemase. Daher können diese Ausführungen ausgeblendet werden. In den Anmerkungen werden hierzu  noch die beiden Forschungsfronten mit den wichtigsten Forschern kurz repliziert:
(S. 73)
... Diese Annahme (Ortsname Ennemase aus Endidae mansio) ist in den letzten beiden Jahrhunderten von verschiednen Forschern wiederholt aufgegriffen und verteidigt bzw. abgelehnt worden. Für eine Herkunft von Ennemase aus Endidae mansio hatten sich bereits vor Reinecke Tartarotti (1754) Ladurner (1867) Malfatti (1883) und als letzter, wenn auch mit einigen Vorbehalten, Bierbauer (1985) ausgesprochen. Eindeutig dagegen äußerten sich, wenngleich aus unterschiedlichen Überlegungegn und argumentationen heraus, Maffei (1732) Prati (1923) Heuberger (1931) und in jüngerer Zeit Rasmo (1982). Lunz seinerseits verzichtet auf eine Festlegung (1980). Als vorläufig letzter schließt sich der Reihe derer, die eine Gleichsetzung ablehnen, Walter Landi mit bemerkenswertem Reichtum an Argumenten an (siehe in diesem Buch, Band 1).

In "Montan" Band 1, 2003:
Walter Landi
Beitrag: Enn - Montan im Frühmittelalter, Lokalisierung von Ennemase 
(S. 135-6)
Was den besonderen Fall von Ennemase betrifft, verdient die Forschungsgeschichte eine eigene Darstellung. Das Interesse begründet sich in der Vielfalt der Lösungsvorschläge, die vorhanden sind, ihrerseits bedingt von der anscheinend absoluten Unmöglichkeit, den Namen dieses castrum, eben Ennemase, mit heutigen Ortsnamen gleichzusetzen, weshalb sich die bisherige Forschung seit jeher berechtigt gefühlt hat, auf akrobatische Namenserklärungen zurückzugreifen, die immer den editierten Namen als bloße Verballhornung betrachtet haben. Aufgrund solcher Versuche wurden insgesamt vier Lösungen vorgeschlagen, aber nur eine hat eine einstimmige Resonanz bekommen, nämlich Ennae mansio. Sie wurde schon von Girolamo Tartarotti (1750) und, mit kritischeren Argumenten gerüstet, auch von Malfatti formuliert, der dieses castrum schon damals an den Ortsnamen Egna bzw. Enn anknüpfen wollte und damit an der abgelegenen Straßenstation (mansio) Endidae. Paul Reinecke (1929), von derselben Überzeugung ausgehend, glaubte dazu den entscheidenden Beweis liefern zu können, indem er sich, am Ende der 20er Jahre, mit der archäologisch belegten spätantik-frühmittelalterlichen Befestigungsanlage von Castelfeder beschäftigte. Die Kastellreste, kombiniert mit den Ortsnamen, hätten nämlich nur auf dieses mysteriöse castrum hinweisen können. Die archäologischen und siedlungsgenetischen Gegebenheiten scheinen eigentlich dieser Lösung recht zu geben. Der schon oft angedeutete Felskopf von Castelfeder (castellum vetere) liegt nämlich auf halbem Weg zwischen Trient und Bozen, ungefähr dort, wo die Distanzangaben des Itinerarium Antonini (XXIII m. p. a Tridento bzw. 35,5 km) die Straßenstation Endia ansetzten. Die umliegende Gegend weist auch auf eine ortsnamenkundlich und archäologisch beweisbare Besiedlung Endia in römischer Zeit hin, ...
Trotz Vorbehalten etymologischer Natur hat eine solche Interpretation, besonders innerhalb der deutschen Forschung, weite Verbreitung gefunden. All das hat dazu beigetragen, aus der Gleichsetzung von Castelfeder mit dem castrum Ennemase eine opinio communis der Geschichtsschreibung zu machen. Der einzige, der die Wahrscheinlichkeit dieser pseudo-philologischen Lösung klar ablehnte, war Richard Heuberger (1932), der aufgrund der willkürlichen Annahme, die Liste von Paulus Diaconus führe alle castra von Norden nach Süden in genauer geographischer Reihenfolge an, eine Lokalisierung des rätselhaften Ennemase irgendwo an den südlichen Grenzen des Herzogtums Trient vorschlug, allerdings ohne nähere Angaben darüber machen zu können.

(S. 145) 
Die Anlage vom castrum Ennemase stimmt nicht mit den Resten eines archäologisch bewiesenen castrum bei Montan überein, das seit jeher als Castelfeder oder ehemals als Alt-Enn bekannt ist, sondern sie befand sich im Gebiet von Lomaso, auf dem alten Verbindungsweg zwischen Trient und Brescia bzw. Riva del Garda und stimmt wohl mit dem auch sonst archäologisch untersuchten castrum auf dem dortigen St. Martinshügel überein. Das Frankenheer von 590 erstürmte es wohl gerade wegen seiner Lage an der oben angegebenen Straße, indem es einen kürzeren Weg von Trient in die Poebene nach Brescia und Pavia suchte, vielleicht wegen der Unmöglichkeit, die Talsperre von Trient und dessen stark befestigtes castrum Ferruge umgehen zu können. Lokalisierung von Ennemase auf den Judikarien begründet besser als vorher auch die Erstürmung des auf derselben Straße gelegenen Vezzano.
(Obwohl nicht direkt mit Endidae im Zusammenhang stehend, soll hier wenigstens das hier angegebene Ergebnis eines näheren Lokalisierungsversuchs über sämtliche von den Franken eroberten langobardischen Kastelle vermerkt werden, was Paulus Diaconus in seiner Historia Langobardorum beinahe 200 Jahre nach den Ereignissen wiedergibt. S.138-146):
Tesana = Tisens - St. Hippolyt
Maletum = Mölten - St. Ulrich in Gschleier
Sermiana = Sirmian - St. Apollonia
Appianum = Eppan - Altenburg (?)
Fagitàna = Fadàna bei Cembra - Paluàc
Cimbra = Cembra - Dos Caslir
Vitiànum = Vezzàno - Dos Castin
Bremtònicum = Brentònico - Dosso Maggiore
Volaenes = Volano - Dosso di Destòr
Ennemase = Lomaso - San Martino
(Die beiden Castra von Alsuga und das von Verona werden dabei ausgelassen.)
Ferrug(a) seu Verruca = Trient - Dos Trent

Lorenzo Dal Ri und Catrin Marzoli in der Zeitschrift "Das Land Südtirol", Juni 2003:
(S. 19) 
Der Hügel von Castelfeder ist die erste bekannte Fundstelle in Südtirol. Im Jahr 1600 schrieb Max Sittich von Wolkenstein von uralten Funden...
Die archäologische Bedeutung von Castelfeder war auch der Grund, weshalb im Jahr 1973 dieses Areal nicht in die Zuständigkeit dem Land Südtirol zufiel, sondern noch weiterhin, bis 1999 dem Staat, bzw. dem Denkmalamt Padua unterstellt blieb...
1983 wurde in den Ruinen der Barbarakapelle gegraben, zwischen 1987 und 1989 in mehreren Abschnitten im Bereich der Ringmauer...
Ein archäologisch einschneidendes Ereignis für Castelfeder stellt die zu Beginn des 6. Jahrhunderts erfolgte Errichtung eines Castrums dar: eine Festung mit Ringmauer (über 600 m Länge, einer kleinen Kirche und einem Turm. ... 
(S. 20)
Im März 2001 wurde bei einer Begehung des Hügels von Castelfeder auf einer neben dem Frauensee gelegenen Kuppe eine bis dahin unbekannte Fundstelle entdeckt... Die bei der systematischen Grabung gewonnen Befunde und die geborgenen Funde belegen, dass die Kuppe über Jahrhunderte von der Spätbronzezeit bis in die jüngere Eisenzeit zu kultischen  Zwecken aufgesucht wurde...

Hinweis:
Diese letztgenannte Ausgrabungsstelle ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt (März/April 2004) noch nicht abgeschlossen. Einen Steinwurf davon entfernt befindet sich die im Herbst 2003 speziell geortete Hauptlager des Castrum Endidae (siehe Luftbild "Rekonstruktionsortung Castrum Endidae" im nächsten Abschnitt). 
 
 

4. Endidae im Blickfeld einer PSI-Ortungsarbeit (X-Ortung)

4.1. Allgemeine Hinweise

Vor den nachfolgenden Ortungs- und Rekonstruktionsergebnissen einige allgemeine Hinweise zur Situation und den Aufwendungen:

Der zu ortende Objektbereich befindet sich in der Nähe meines Heimatortes Auer, was den Ablauf der Arbeiten verkürzte. Ich habe aber vor 2003 weder einen Ortungsversuch zu Endidae unternommen, noch das hierzu geortete Gelände je zuvor betreten (Letzteres wäre bei einem Besuch von Montan oder Neumarkt aus möglich gewesen.). Von früheren Begehungen kenne ich allerdings das bekannteste Gebiet, den Rabenkofel von Castelfeder und das dazu nächste Umfeld, in dem Umfang wie es auch in der neuen Veröffentlichung "Naturerlebnisweg Castelfeder" berücksichtigt ist. Die neuen geschichtlichen Erkenntnisse, die sich in den letzten 15 Jahre ergeben haben, habe ich erst im Verlauf dieses Projektes und zum Teil aufgrund sehr fachspezifischer Veröffentlichungen gegen Ende der Projektarbeit entdeckt und näher kennen gelernt. Zuvor war mir das allgemein verbreitete Wissen darüber geläufig, wie es in Gunther Langes Kultur-Band "Überetsch und das Bozner Unterland" nachzulesen ist (s.o.).

Benötigter Zeitaufwand: über 10 Wochen. Davon entfielen über 6 Wochen für Quellenstudium, Planungsarbeiten und Dokumentation, 4 Tage für oberflächliche Geländeerkundungen von ca. 20 ha (ohne Bodenradarmessungen, Sondierungsgrabungen ...), 4 Wochen für die speziellen Ortungs- und Rekonstruktionsarbeiten.
In Falle einer Kooperation mit bereits auf diesem Gebiet bewanderten Historikern oder Archäologen, hätten 2-3 der ersten 6 Wochen eingespart werden können, aufgrund bereits vorhandener Erfahrungs- und Arbeitsvorgaben in den Bereichen Quellensichtung und Dokumentation. Da bei anderen Projekten (hier zu Pons Drusi) derartige Kooperationsvorschläge bisher ignoriert wurden, ist hierzu kein weiterer Versuch mehr in diese Richtung unternommen worden. Dafür konnte jedoch durch einen gewissen Heimvorteil (Nähe des zu ortenden Objektbereichs) der sonst noch größere Zeit- und Spesenaufwand eingespart werden. 
Zusätzlicher Zeitaufwand 2005: Da auf Email-Hinweise und Internetveröffentlichung seitens der zuständigen Landesarchäologen nicht reagiert wurde, wurde nach einem Jahr die Arbeit Castrum Endidae fortgesetzt und in weiteren 4 Wochen auf Castrum Endidae-Vetera und germanische Festungsanlage erweitert. 

Dabei wurde es in dieser Arbeit nicht nur bei der singulären Ortung von Endidae belassen, sondern diese durch Umfeld-Ortungen ergänzt und mit noch aufwendigeren Rekonstruktionsversuchen abgerundet, um mit diesen neuen Vorgaben die anschließenden Untersuchungen im konventionellen Bereich weiter zu vereinfachen. Die wichtigsten Ortungshinweise sind wieder wie bei den vorherigen Studien unterstrichen markiert

Aus der über zwei Jahrhundert währenden Geschichtsforschung zu Endidae, liegen noch keine ähnlich detaillierten Ortungsergebnisse vor, die mit den folgenden Ergebnissen verglichen werden könnten. Anderseits ergeben sich aus den bislang etablierten Forschungserkenntnissen keine gravierenden Widersprüche zu den vorliegenden Versuchsergebnissen.
 

4.2. Die toponomisch-etymologischen Bezüge zu Endidae

Man nimmt für Endidae einen vorrömischen also rätischen Ursprung an. Dieser Ortsname Endidae/Endide kann sogar noch aus dem Südtirolerischen "Endn" oder  "Entn" abgeleitet werden, was drüben bedeutet. 
Die sprachliche Wurzel dieses "Entn" dürfte aus dem Griechischen Enta oder Entade stammen. Diese Begriffe sind nicht nur bedeutungsgleich, sondern kommen den Ortsbezeichnungen Endidae/Endide noch näher heran. Das Griechische kam noch vor dem Lateinischen durch die vorrömischen Handelsverbindungen der hiesigen Räter mit den Griechen zumeist über die Veneter ins Land. 
Endidae war also ein Ort drüben (seitlich gelegen) und so auch sicher vor der Überschwemmung des Trudnerbachs und der Etsch, die hier am nächsten herangekommen ist (siehe nächste Abbildung), und ebenso ein Ort des sicheren drüber Gehens auf die jeweils andere Ortsseite zwischen Auer und Neumarkt. Endidae also ein Ort des Übergangs. Dasselbe könnte übrigens auch für Entiklar auf der anderen Talseite hinsichtlich dortiger Sturzbäche und der Etsch gelten, und dürfte ein bedeutendes Gegenstück von Endidae gewesen sein. Das lässt sich etymologisch mit einer sehr alten, ursprünglich mündlichen Überlieferung untermauern, die als solche bis heute nicht entschlüsselt worden ist, was hier nachgeholt werden soll. Vorerst kurz zur Geschichte (überliefert u.a. von Albert v. Gelmini, Hans Fink): Noah strandete mit seiner Arche von Bozen Richtung Salurn segelnd und rief an einer Stelle "Endlich klar". Die Ansässigen verstanden kein "morgenländisch" und meinten er habe jenen Ort Entiklar benannt, dessen Namen sie auch folgsam übernahmen… Die Arche hob sich wieder und strandete diesmal auf der anderen Talseite. Noah befahl seinem Sohn "Bind's an!" Die dortigen Ansässigen verstanden ihn wieder nicht, aber folgten seinem Befehl und nannten den Ort künftig Pinzon
Nun die Interpretation der einst weit verbreiteten Geschichte: Diese Erzählung dürfte höchstwahrscheinlich auf eine mündliche Grenzmarkierungs-Überlieferung zurückgehen, in der die Grenzlinie an markanten vor Wassermuren sicheren und unverrückbaren natürlichen Stellen "angebunden" wurde. In jener Zeit galt das mündliche Wort mehr, also auch ein mündliches Grenz-Gesetz, da kaum jemand lesen und schreiben konnte, aber die wichtigen Überlieferungen Allgemeingut waren und daher sich über sehr lange Zeit durch mündliche Weitergabe erhalten konnten. Diese Grenze könnte hier ursprünglich sogar vor den Römern zwischen rätischen Stämmen gegolten haben, wo damals zwischen den beiden markanten Grenzorten die Etsch als natürliche und schiffbare Grenzlinie dahin floss. Darauf Bezug nehmend dürfte die Geschichte damals etwas anders gelautet haben. Vermutlich gab es einen anderen Recht sprechenden Schiffsmeister und die benannten Grenzorte dürften ursprünglich folgende Boots-Anlegestellen gewesen sein: Entiklar (Stelle an der hellen (clareo) Talseite, wo das Morgenlicht zuerst hinkommt) und Endidae (Stelle wo das Licht später gegen Mittag ankommt – von endios) anstelle von Pinzon. Dabei steckt auch in Endidae die synonyme Bezeichnung für Anknüpfen (griech. Endeo) das später auf das benachbarte Pinzon ("Bind's on") übergegangen ist. Pinzon dürfte hingegen eine andere Bedeutung haben: Dabei könnte der Fichtenwald, die Fichte (lat. pinus) eine Rolle gespielt haben, etwa für die Herstellung von Palisadenzäunen (lat. zona, Gürtel, daraus: Zon, Zaun aus Fichten: Pin-zon), oder das Zerstoßen (lat. pinso) von Weintrauben oder Kalksteinen. Das österreichische Pinzgau soll aus dem Namen Pinzco abgeleitet worden sein, was hier auch möglich gewesen sein könnte.
Doch zurück zur späteren Noah-Einbeziehung in die noch bekannte Grenzmarkierungs-Überlieferung: Diese könnte auf eine Grenzsetzung in frühchristlicher Zeit (etwa um 650 n.Chr.) zwischen den Bajuwaren im Norden und den Langobarden im Süden zurückgehen. Die Bibel hätte damals als einziges bekanntes Gesetzesbuch die gemeinsame Autorität dargestellt, die für die beiden christianisierten, germanischen Stämmen für einen Grenzvertrag "bindend" genug war. Es ist historisch belegt, dass die Grenze zwischen den beiden Stämmen sich im 6. Jahrhundert im Raum Bozen befand und dann nach Süden verlegt wurde. Vermutlich lässt man deshalb Noah anfangs der Geschichte von Bozen kommend nach Süden segeln. Diese Grenzsetzungsart wird durch eine wiederholte weiter im Süden variiert bestätigt. Dazu existiert bei Mezzolombardo wieder ein solches Entiklar (dort Entichiar genannt), welches der eine Grenzpunkt derselben Talseite darstellen müßte und auf der anderen Seite erhebt sich wieder ein Grenzberg namens: Monte Reale (Königsberg). 
Jahrhunderte später reichten in solchen Grenzabmachungen bereits schriftliche Verträge (häufig frei von toponomastischen Begriffsneubildungen), die zumeist bis heute überliefert werden konnten und daher eindeutiger nachvollziehbar sind.

Weitere toponomastische Bezüge die auf Endidae zutreffen:

Endi- (keltisch) Ende, Spitze; enti- (germ.-ahd.) Ende, Spitze, Ort  (zum Flurnamen Ortental)

Endiao (griech.-buk.) "unter freiem Himmel wohnen bzw. weiden lassen" trifft auf das Gebiet noch heute zu, aber ganz besonders für die antike Epoche.

Endido- (griech.) hinein-, heraus-, übergeben, nachgeben, überliefern... Möglicher Hinweis auf Übergang, Eingang in die Dolomiten, indirekt: Grenze, Grenzaustausch - Zollstation

Der vorrömische Ortsname von Endidae - vielleicht aus der griech. Richtung Endido-Endiao-Entade- dürfte von den Römern lateinisiert übernommen worden sein, - höchstwahrscheinlich weil er sich gut in ihrem Sprachgebrauch oder Sprachgefühl integrieren ließ. Da ich im Laufe meiner bisherigen Quellensichtung auch hierzu noch keine Deutung zu möglichen lateinischen Einflüssen und Deutungsmöglichkeiten fand, soll das hier kurz nachgeholt werden.

Aus den Wortteilen:
e-         Vorsilbe vergleichbar mit: aus-, ent-, de-
e-no     heraus-schwimmen (Beispielsynthese: e- für heraus, no für schwimmen )
endo-    versetzt, unterbrochen
di-do    ver-teilen, auseinander-... 
undae   Welle, Wasser, Strömung, Flut

Die Synthese für die topographische Deutung:
endo-dido  Versetzte Teilung, Grenzteilung
di-dae        Ausbreitung des Wassers (aus: di-do und undae)
En-didae   Außerhalb einer (besonderen) Überschwemmungszone versetzt und so durch Versetzung geteilter Ort.
Die besondere Überschwemmungszone ergibt sich hier einerseits durch den nahen Etschfluss und anderseits aus dem seitlich abgehenden großen Trudnerbach-Schwemmkegel, der beinahe 180 Winkelgrade umfasst.

Daraus resultieren folgende topographische Hinweise:
Mit Endidae könnte demnach ein Grenzort (keltisch: Ende), ein Ort des Grenzaustausches (später mit Zollstation) und somit auch ein alter Marktort gewesen sein, - ein Ort der Abzweigungen über einen wichtigen Fluss-Übergang (Etsch-Fluss), aus den jährlichen Überschwemmungszonen weg und zu einem wichtigen Über-/Eingang in die Berge (Dolomiten). Dies alles lässt sich am besten auf den Bereich Vill-Castelfeder-Auer beziehen. Eine wichtige Wegteilung durfte sich gleich nach der Station Endidae in Auer gezeigt haben, wo für die nächste Ziel-Station Pons Drusi zwei Varianten zur Verfügung standen: der östliche Talweg (bei Überschwemmung streckenweise im Wasser gelegen, Malaria-Mückenplage, höhere Gefahr durch rätische Freischärler) und der westliche Mitterbergweg "über die Etschfurt" ("Endidae" ?) erreichbar. Dass jene Wegvariante über die Etsch keine unbedeutende sein konnte, zeigt einerseits der noch gebräuchliche Gebietsname Überetsch und die eigenartige, gemeinsame Bezeichnung "Kaiserberg" für zwei 15 km voneinander entfernte Grenzhügel, die zu diesem Ehrennamen nur kommen konnten, weil sie etwas gemeinsames Kaiserliches verbunden haben mußte: Das konnte hier nur eine "Kaiserstraße" sein - die Via Claudia Augusta, die trockene und militärstrategisch bessere Variante einer Heeresstraße.
 
 

4.3. Die wichtigsten PSI-Ortungs- und Rekonstruktionsergebnisse

Mit den folgenden Ortungsergebnissen soll vor allem überprüft werden, wie gut sich solche als Planvorgaben für konventionelle Prospektionsmethoden an schwierigen Suchprojekten bewähren. Die Suche nach entsprechenden Strukturen in einer Suchfläche von ca. 6-8 km² kann bisher mit über zwei Jahrhunderten geschätzt werden. Dabei bezog sich die Endidae-Forschung hauptsächlich auf die bekannte "Castelfeder"-Anlage, seit über zehn Jahren hingegen auf einen römischen Gebäudefund in Neumarkt (Kahn). Diese Forschungsergebnisse können jedoch bis heute nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Die folgende Variante wurde bisher noch nicht in Erwägung gezogen. Das ursprüngliche Projektziel Endidae musste von mir schließlich auch noch weiter ausgedehnt werden (Castra Vetera, ...), um endlich ein umfassenderes Verständnis in die Entwicklung dieses bislang unterschätzten Geschichtsraumes zu bieten. Die umfangreicheren Untersuchungsergebnisse konnten hier daher aus Zeitgründen noch nicht vollständig berücksichtigt werden.
Das nachfolgende Übersichtsbild besteht aus drei Luftbildaufnahmen, die zur besseren Platznutzung an deren Nahtstellen etwas erweitert und aneinandergeschoben wurden (gelbe Strichlinie). Darin ist auch das zentrale Gebiet zwischen Auer-Montan-Neumarkt abgebildet.

Voreingestellte Einzeichnungen:                         Zusätzliche Einzeichnungen (Ortungen u. Rekonstruktionen):
aktuelle Gewässerlinie: dunkelblau                         ursprüngliche Gewässer: hellblau
Hauptstraßen: dunkelrot                                        vor- oder frühgeschichtliche Siedlung: violett
                                                                            römerzeitliche Bauzone (Ausdehnung): orange
                                                                            germanische Bauzone (Ausdehnung): rot

 

Vorgeschichtliche Bauentwicklung im Talbereich:
Die Hauptsiedlungsgebiete der Stein- und Bronzezeit lagen hier vorerst in den höheren Lagen. Hauptsächlich in der Eisenzeit breiten sich diese dann an den sichereren Randzonen talseitiger Schwemmkegel aus, die von den seitlich ins Haupttal einfließenden Bergbächen gebildet wurden. Trotzdem können diese immer wieder von größeren Wildbachüberschwemmungen heimgesucht werden, wie das etwa in Auer geschehen ist. Ursprünglich - in rätisch-römischer Zeit - fließt hier der Wildbach in ein kleines Seebecken und anschließend in nordwestliche Richtung die heutige Bachgasse hinunter, dreht dann nach Westen zum Bildstöckelweg Richtung Fleimstaler-Strassenkreuzung usf. bis zur Mündung in den Etsch-Fluss an der Flur "Tschint". Auf dem heutigen Bachverlauf müsste damals hingegen bloß ein vom Süden kommendes Rinnsal geflossen sein. Der Katastrophenfall ereignet sich bereits in römischer Zeit: Der See sättigt sich mit Schlamm und Geröll. Daraufhin blockiert eine Übermenge an Geröllmassen und Wasser die bisherige Ablaufrichtung an der Römerstraße. Schließlich durchbrechen diese den Schutzwall und begraben die Ursiedlung (hier als "Auresis" gekennzeichnet) unter sich. Bis heute hat sich die Legende über eine "Goldene Stadt Auer" erhalten, die von den Überschwemmungsmassen des Wildbachs vernichtet wurde. Nach dieser Legende folgend hätte es sich um eine außerhalb der jetzigen Schutzmauer befindliche mittelalterliche Siedlung handeln müssen. Die Ergebnisse dieser Projektarbeit verlegen das fatale Ereignis in die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. und einen Teil der betroffenen Siedlung unter dem gegenwärtigen Bachlauf innerhalb der jetzigen Schutzmauer, den Großteil unter der heutigen Erholungszone Schwarzenbach. Dieses derzeit noch verschollene "Auresis" dürfte bis zu dieser Katastrophe die dominanteste Siedlung der Umgebung gewesen sein. Die weit verbreiteten römerzeitlichen AVRESIS-Ziegeln dürften etwas westlicher in Flussnähe bei der erwähnten Flur "Tschint" hergestellt worden sein und ebenso Opfer der Überschwemmung gewesen sein. Dies könnte gleichzeitig auf den eigentlichen Namensursprung hinweisen: avresis eine Übertragung aus dem Keltischen avaros von Fluss, vermutlich "(Ort) am Fluss" – tschint wieder aus dem Keltischen cintus für "vornehmer Erster", was auf den Ort einer Führungspersönlichkeit hinweisen könnte, vielleicht jenen des Ziegelfabrikanten.
Der Ursprung der heutigen Siedlungsfläche von Auer ist anschließend nach Nordosten ins etwas sichere Zentrum der heutigen Wasserfallstraße ausgewichen und hat sich von dort ausgehend neu entwickelt, wo auch die Via Claudia Augusta sich in zwei Bahnen abgezweigt haben dürfte.

 

 

 

 

Übersichtsbild der Rekonstruktionsortung 
aus drei Luftbildauschnitten versetzt angebracht.
Dabei werden hier die wichtigsten Strukturen 
vom 1.-8. Jahrhundert berücksichtigt.
Luftbilder von Terraitaly (Parma) über das
Amt für Raumordnung Prov. Bozen.
Weitere Erklärungen zu den zusätzlichen schematischen Einzeichnungen in der rechten Spalte.

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rekonstruktionsortung Castrum Endidae
Hauptlager C1-C2,  vom 2.-3. Jahrhundert
Zur schematischen Darstellung eines römischen 
Militärlagers siehe darunter.
A  Archäologische Ausgrabungsstelle 2001/2/4/.. 
mit spätbronzezeitlichen Funden

 

Schema eines römischen Militärlagers
Erklärungen zu den Abkürzungen rechts

 

Castelfederbild 
Ausschnitt eines Fotos aus "Montan" Band I -
Schematische Einzeichnung des Lagerumfangs C2
Weitere Erklärungen siehe unten.

Relevante römische Bauten:
Via Claudia Augusta VCA: In der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. werden hier von den römischen Besatzungsheeren unter Kaiser Augustus bis Kaiser Claudius zumeist rätische Wegverbindungen zu ersten römischen Heeresstraßen ausgebaut, die dann von den vor Ort stationierten Heeresmannschaften laufend in Stand gehalten und weiter ausgebaut werden. Die Hauptstrecke, die das Pogebiet mit dem Donaugebiet verbindet, erhält die Bezeichnung Via Claudia Augusta. 
Diese verläuft hier durch das obere Ortsgebiet von Neumarkt. Ein Ausgrabungsbericht (s.o.) weist auf Spuren einer Römerstraße unter der Bozner Straße hin. Von Vill aus erreicht sie die Anhöhe Endidae. Hier zweigen sich mehrere Trassen ab. Die Haupttrasse dürfte sich durch das römische Lagerareal und das kleine Bergtal östlich von Castelfeder nach "Avresis" (Auer) gebahnt haben. Sie kommt dort zuerst an den älteren Siedlungsbereich vorüber, der wie oben erwähnt bereits zur Römerzeit bei einer Überschwemmungskatastrophe untergegangen sein müsste. An der Wasserfallstraße und der erneuerten Aurer Siedlungsbildung zweigt sich die Via Claudia Augusta in zwei Bahnen auf: Eine zieht geradewegs weiter am Fuße der östlichen Porphyrberge entlang. Die ursprünglichere Militär-Trasse dreht im 90° Winkel und nimmt zunächst die Richtung der heutigen Gerade Truidn-Bahnhofstraße-Palain,überquert südlich der heutigen Brücken den Etschfluss und erreicht dann über die Mitterberg-Strecke das nächste Militärlager Pons Drusi nahe des heutigen Schlosses Sigmundskron, wo sie auch wieder mit der anderen Strecke zusammentrifft, die dazu von St. Jakob herkommend das Haupttal überquert haben muß (siehe dazu auch diese Übersichtskarte).

Mansio und Castrum Endidae: Eine bedeutendere Mansio-Einrichtung bei Endidae dürfte hier vorerst zur ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts in der heutigen Ortschaft Vill in der Größenordnung von ca. 6000 m² auszumachen sein. Ein archäol. Ausgrabungsbericht (s.o.) verdächtigt dazu ein Gebäude von 737 m² in Neumarkt-Kahn. Die Anlage in Vill wird später ebenso wie die bei Kahn von einem Erdbeben gegen Mitte des 3. Jahrhunderts zerstört. Etwas oberhalb in strategisch günstiger Lage entwickelt sich auf der Bergterrasse von Endidae aus dem anfänglichen Marschlagerplatz an der Via Claudia Augusta eine erste Militärstation in der Größenordnung von 5-6 ha für etwa zwei Kohorten (C1). Es handelt sich dabei nicht um ein Auxilarkastell (Kastell für nicht-römische Hilfstruppen), sondern um ein sicheres Versorgungslager an der stark von Truppen frequentierten Durchgangsroute. Um auch einen umfassenden Einblick in die nördliche und westliche Talseite gewinnen zu können, wird dazu nordseits des Rabenkofels ("Castelfeder") in Sichtweite zum Castellum Endidae auch eine Wachstation C eingerichtet, die zuerst aus einem Turm (turris) und später erweitert wurde (burgos). Weitere Wachstationen folgen auf "Lagerstall" L und "Königegg" K. In dieser Zeit lässt Kaiser Hadrian die bekannten Befestigungsanlagen - die sogenannten Limes - bauen, u.a. in England und im Rhein-Donau-Gebiet.
Die Markomannenkriege und die Bedrohung durch die Alemannen machen für reibungslosere Truppenbewegungen eine Vergrößerung des Castellums (C1) in ein Castrum (C2) mit größerem, äußerem Wehring notwendig. Der Ausbau zu C2 dürfte unter Kaiser Severus Alexander fertig gestellt worden sein, also in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts. C2 erreicht ca. 12 ha und kann damit mehrere Kohorten oder eine Legion aufnehmen. Für dieses Legionslager muss im Süden ein neuer Zugang geschaffen werden (VCA2)

In den Annalen der Säbener Kirche wird Bauxare im Zusammenhang eines Kaiserbesuchs erwähnt (s.o.). Kaiser Gratian I. soll sich demnach in diesem Gebiet am 28. August 379 einbefunden haben, um auch Gesetze zu erlassen. In der Nähe des hier vermuteten Castrums Endidae wurde ein römischer Meilenstein mit dem Namenszug von Kaiser Gratian entdeckt. Möglicher Hintergrund des kaiserlichen Besuchs kann der weitere Ausbau zwecks besserer Absicherung des strategisch günstig gelegenen Lagers gewesen sein. Auffällig ist der unrömische Ortsname Bauxare vermutlich keltoromanischen Ursprungs, der auf Bauern, Baumänner, Pächter hinweisen dürfte. Er könnte auf Ausonius, den keltoromanischen Lehrmeister Gratians zurückzuführen sein. Bauxare könnte also die lebenserhaltende, bäuerliche Zivilsiedlung (Vicus) jenes Legionslagers gewesen sein. Dazu bieten sich "Bauxare 1" im Nordwesten (mit vorgeschichtlichen Wohngruben) an und ergänzend "Bauxare 2".
Dieses schematisch hier als Castrum C3 eingezeichnete Lager könnte in jener letzten, römischen Bauphase (Ende des 4. Jahrhunderts, ca. 60 ha) auch Castra Vetera bezeichnet worden sein, vermutlich in Anlehnung an das gleichnamige Castrum im nördlichen Xanten, das zuvor aufgelassen wurde. Die Hauptgrundmaße der hier vorgeorteten, großen Lageranlage würde jenen in Xanten entsprechen. In dieses Konzept passe ebenso die weitere Namensübertragung auf die übriggebliebene Anlage von Castelfeder (im Mittelalter: Castel vetere). In der Zeit großer Germaneneinfälle und römischer Rückzüge könnten Veteranen-Einheiten (v.a. um Castrum Novaesium und Vetera) hierher in den Süden verlegt worden sein, um die römischen Städte im Süden vor noch tiefer eindringenden Volksstämmen bereits hier im Vorfeld schützen zu können. 
Die große Festungsanlage könnte deshalb unbekannt geblieben sein, weil seine Ausbauzeit in die späte Römerzeit gefallen ist, wo es nur mehr darum ging, das römische Imperium auch weiter hinter den Fronten vor dem drohenden Zerfall zu retten. Der Bau und die Funktion der bekannten Vorgänger an den wichtigen Grenzwällen von Rhein und Donau standen jedoch noch im Schein des römischen Expansionsdrangs. Außerdem dürfte es schon von der Situation her großteils einem Feldlager, denn als einem Stadtlager entsprochen haben. 

Bereits vor dem Fall des römischen Kaiserreichs übernehmen germanische Feldherren (Rikimer, Odoaker) die Anlage und bauen sie nach germanischen Mustern aus. Sie wird mit anderen höher gelegenen Berglagern Teil eines zentralalpinen Limes, um mögliche Einfälle aus dem Norden abzuwehren. Unter den Ostgoten und Langobarden dürfte das Castrum zu einer Festungsanlage C4 von ca. 120 ha mit weiteren Vorlagern ("Castelfeder" C, "Lagerstall" L, "Königegg-Kiechelberg" K) anstelle der bisherigen römischen Wachposten ausgebaut worden sein (hier nicht mehr vollständig berücksichtigt). In dieser Phase könnte die große Anlage in Form eines stilisierten Adlers angedacht worden sein. Der Adler war das Feldzeichen der römischen Legionen, das Adelszeichen der Ostgermanen, - der Doppeladler, Wappentier des byzantinischen Reiches, das unter Narses seine Grenzen für einige Jahre ebenso bis hierher verlegen konnte. Die germanischen Lagergrößen kommen dadurch zustande, da in diesen Wehrlagern sich nicht nur das militärische Leben abgespielt hat. Ein derartiges Großlager konnte auch längeren Belagerungen standhalten, während "Castelfeder" allein schon aus Wassermangel nur kurz zu halten war. Weitere Ausbauten erfolgten unter den Langobarden-Bajuwaren Richtung Dorfzentrum Montan und Pinzon (hier nicht mehr berücksichtigt, siehe dafür abschließende Abbildungen). Dabei führte dieser Ausbau in die Form eines Quadrat-Kreises C5 (von ca. 700 m Seitenlänge) hinein und zu weiteren peripherer Elementen C6. Die Quadratstruktur könnte bereits älter vorgegeben gewesen sein und erinnert an eine atypische Keltenschanze: Sie könnte sich mit der bislang größten entdeckten Keltenschanze bei Oberhaching-Deisenhofen (dort durchschnittliche Seitenlänge: 600m) messen, welche ungefähr die gleiche Ausrichtung besitzt. Dafür spricht hier die genaue Ausrichtung der Ost-Westachse nach dem Sonnenaufgang zu den Tagundnachtgleichen und der Seitenausrichtung nach den Sonnwend-Aufgängen. Bei den Tagundnachtgleichen geht die Sonne markant über die hier höchste Erhebung auf (Bergkuppe Cucul von cucullos keltisch für Kaputze, Kappe-Kuppe), wo sich wieder uralte Strukturen einer Siedlung oder eines Kultortes befinden, welche von offizieller Seite bislang ebenso noch nicht wahrgenommen wurden. An den beiden Sonnwendpunkten hingegen geht sie an den niedrigsten Geländepunkten dieses Berges auf. Für eine derartige keltenzeitliche Einrichtung spricht darüber hinaus noch das 5 km entfernte überregional bedeutende Gräberfeld Stadlhof, dessen Hauptbestattungsphase in die Keltenzeit fällt.

In der frühmittelalterlichen Epoche hat die Wehranlage hauptsächlich als Grenzfestung gedient. Als bajuwarische Wehrsiedlung konnte sie auch den fränkischen Angriffen im Jahre 784 noch standgehalten haben. Allerdings wird Tassilo III. vom Frankenkönig Karl d. Großen über eine Verschwörung 788 politisch entmachtet, was der Anfang vom Ende dieser Festung gewesen sein durfte. Um 789 dürfte diese schließlich großteils demontiert worden sein. Das abgelegenere und strategisch weniger bedeutende, kleinere Castelfeder-Lager belässt man dabei weiterhin einer gewissen militärischen Nutzung. Eine gewisse Aktivierung der Befestigungsanlage unter Berengar I. und II. und den Ottonen bis zu den Kreuzzügen (Mitte 11. Jh.) ist naheliegend, da im Deutschen Reich diese Grenzlinie zwischen Herzogtum Bayern und Markgrafschaft Verona an Bedeutung wieder zugenommen haben durfte.

Das langobardische Castrum Ennemase kann hingegen in keinem Nahverhältnis zum Castrum Endidae und Castelfeder gesehen werden. 
Was die langobardischen Kastelle betrifft, die Paulus Diaconus im Zusammenhang mit dem Frankeneinfall um 590 aufzählt (u.a. Ennemase), sind darunter weder ein Castrum Endidae-Vetera noch ein Castel Vetere (Castelfeder) gemeint. Diese dürften im Zuge jenes frühen Frankeneinfalles ebenso wenig wie die Stadtfestung von Trient nicht erobert worden sein. So von der Versorgung abgeschnitten, endete dieser große Angriff für die Merowinger in ein militärisches Fiasko.

Kurzübersicht zur vermutlichen Entwicklung von Castrum Endidae-Vetera
Marschlagerplatz im 1. Jahrhundert
Standlagerentwicklung (C1-C2 vorwiegend versorgendes Feldlager):
C1   Castellum, Anfang des 2. Jahrhundert - 5-6 ha
C2   Castrum (Legionsfeldlager), Anf. 3. Jahrhundert - über 12 ha
C3   Castrum ("Doppellegionslager"), Ende 4. Jh. - ca. 60 ha
C4   ostgot.-langobard. Festung (in stil. Adlerform), Anf. 6. Jahrhundert

Lagergebäude um 789 abgebaut - unter Karl d. Gr. nach der Entmachtung Tassilo III. (788).

Montanis: Vermutlich lässt sich der latinisierte, frühmittelalterliche Namen Tirols "terra in montanis" (übersetzt als "Land im Gebirge") auch aus dieser seiner größten und beherrschenden Befestigungsanlage zurückführen, wie der spätere, hochmittelalterliche Namen Tyrol sich ebenso aus dem Namen der Burg Tyrolis ableiten lässt. Aus den germanischen Heldensagen (Dietrichepik) wird in diesem Umfeld eine Burg Muter genannt. Weitere Schreibweisen dazu: Mauter, Moutarn. Montan nach alter Montaner Mundart: Matan. Dabei geht es hauptsächlich um kriegerische Auseinandersetzungen im (Land im) Gebirge, vorwiegend Richtung Dolomiten. Weitere wichtige Burgennamen in diesem Zusammenhang sind A(u)rone (später: Aure/Ore, heute: Auer), Trutmunt (heute: Truden-Montan), Schloß Altenfels (Castel Vetere - Castelfeder) welche alle auf dieses Festungsumfeld fallen würden, wo sich immer schon das Tor in die Dolomiten über Truden befunden hat, das hier früher aber besonders streng befestigt und bewacht wurde.

Ergänzende/vergleichende Hinweise zum Aufbau eines Castellum/Castrum:
Mindestgröße eines Legionslagers: 5-6 ha. 
Größe wichtiger Legionslager zumeist: 20-40 ha.
Alle römischen Lager hatten einen ähnlich strukturierten Grundriss (siehe Abbildung links). Gelingt es jene charakteristischsten Bauformen zu orten und zu identifizieren, kann ein solches Lager relativ einfach nachgewiesen werden. 
Beim Castrum Endidae sind der rechteckige Grundriss und seine Strukturen, an die natürliche Bergterrassenform angepasst worden. Der Ringgrabenbau konnte damit weitgehend eingespart werden. Der Grundriß der Version C3 entspricht bereits dem Castra Vetera (Xanten). Diese und folgende Bauentwicklungen lassen sich heute jedoch von Laien nur mehr schwer nachvollziehen, da nach Abbau und weitgehender intensiv-landwirtschaftlicher Nutzung die Spuren oberflächlich fast völlig ausgelöscht wurden. Die wichtigsten Strukturen eines römischen Lagers:
P          Das Praetorium (oder principia) entspricht dem Lagerzentrum. In diesem Bereich stand das Quartier des Kommandeurs (Stabsgebäude oder Feldherrnzelt) mit Altar, Fahnenheiligtum, Tribunal, Feldzeichen und Kaiserbildnis. Das Tribunal (oder suggestus), ein erhöhter Bereich (beim Findlingsblock) für den Befehlsempfang und für Ansprachen ist noch deutlich erkennbar.
F         Forum, ein zum Tribunal dazugehöriger freier Versammlungsplatz im Süden
PP       Ausfalltor (porta praetoria) - zumeist im Norden positioniert
PD       rückwärtiges Tor (porta decumana), dem Ausfalltor gegenüberliegend
Q         Quaestorium - Verwaltungsbereich des Quästors (Spieß)
PPD    rechtes Lagertor (porta principalis dextra) 
PPS     linkes Lagertor (porta principalis sinistra) 
VP-C   Lagerhauptstraße (via praetoria oder cardo) von Nord nach Süd 
VP-D   Hauptstraße (via principalis oder decumanus) zwischen den Seitentoren
VQ      Nebenstraße (via quintana) 
T         Befestigungsturm (turris) - im Castrum Endidae ca. 12 Stück 
Die Bergschanzenabhänge ersetzen hier den sonst üblichen, künstlichen Grabenring.
X      Der Friedhof der Besatzung könnte vielleicht südwestlich der Anlage angelegt worden sein.

Römische Truppeneinheiten:
1 Kohorte=  3 Manipel=  6 Zenturien =  360- 600 Mann
1 Legion= 10 Kohorten = 3600-6000 Mann

 

 

Fotoausschnitt aus dem Band I "Montan" vom Landesdenkmalamt Bozen, 2003
Bei diesem interessanten Castelfederbild gelingt dem Fotografen unbewusst ein Volltreffer auf die markante Bergterrasse des hier vermuteten ehemaligen Lagerzentrums von "Castrum Endidae-Vetera", während sich Castelfeder klein im Hintergrund hält. Zur besseren Vorstellung der einstigen Anlage habe ich den Befestigungsumfang des Hauptlagers eingezeichnet, ferner die Wachstation auf Castelfeder von der aus man einen umfassenden Einblick in die nördliche Talseite gewinnen konnte. Neben dem heute großteils landwirtschaftlich und urbanistisch bebauten Gelände wäre noch eine Teilrekonstruktion des Castrums (zumindest in Form eines Turmes und/oder eines Zuganges) möglich und sinnvoll.
 

4.4. Erste Oberflächenfunde

·         Spuren von alten Wegtrassen, Felsdurchbrüche an/zu vermuteten Torstellen und Gräben

·         verschiedene Planierungen, davon noch eindeutig erkennbar ein Hausgrundriss im südlichen Teil

·         größere Steinhaufen-Reihen

·         Mauerreste treten vor allem an abschüssigen Stellen der Südhälfte zum Vorschein 

·         Besonders an der Südhälfte zeigt sich eine auffällig hohe Streuung und Häufung von Steinen mit Mörtelspuren aus opus caementitium

·         Eine in den Fels gemeißelte (Wasser?)Rinne am trockengelegten Teich - in der Nähe ein teilweise im Boden steckender, großer Quaderstein.

Hoch- und Spätmittelalterliche Bauspuren wären besser erhalten geblieben. Es scheint, dass die Menschen im damaligen Südtirol die Römerspuren systematisch beseitigt haben. Daher müssen auch die nächsten römischen Stationen Pons Drusi (bei Bozen-Sigmundskron) und Maiense (bei Meran-Mais) bis heute als verschollen gelten. Die germanischen Bauten wurden nur an den wichtigsten Stellen mit Mörtelmauerwerk versehen. Diese passten sich stärker an natürliche Oberflächenformen an, die bei Bedarf mit Erdwällen und Palisaden ergänzt wurden. Diese Bauten ließen sich schließlich von den Karolingern noch einfacher entfernen.
 

Der erreichte SP-Wert des hier georteten Endidae liegt wahrscheinlich bei 9. Die bisher archäologische Ortungs-Situation liegt weit gestreut zwischen 4-6 und bezieht sich hauptsächlich auf die zufällig entdeckte Fundstelle eines römischen Gebäudes in Neumarkt (bei Kahn), die seither einfachhalber als "offizielles" Endidae favorisiert und nun (September 2004) als solches ausgestellt ist, obwohl die bisherigen Fakten eine andere Sprache sprechen.* Hier ein Fall von künstlicher Mythosbildung im unbedeutenderen Objekt-Bereich. Anscheinend hatte diese Ortsbezeichnung lange genug herumgegeistert und wollte endlich einen Ort zugewiesen bekommen. Die genannten Gebäudefunde im Hauptort Neumarkt boten sich für diesen "Geist" Endidae als nächstbeste Ruhestätte an - eine vereinfachte Ersatzlösung, bestimmt nichts Letztgültiges.

* Beispiel: Wäre eine kleine ungesicherte Raststation (Neumarkt, Kahn) die einer Zenturie in der Zeit kriegerischer Völkerwanderungen kaum Platz und Schutz bieten konnte, wichtig genug gewesen, um auf einem Straßenverzeichnis im fernen Rom ausgestellt zu werden? Die röm. Station Endidae erschien im röm. Straßenverzeichnis "Itinerarium Antonini" zu einem Zeitpunkt, wo dieses Gebäude bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit zerstört war und nachher auch nicht mehr wieder aufgebaut wurde. Entspräche jedoch jenes röm. Gebäude in Neumarkt wirklich jener Station oder wäre diese zumindest im nächsten Umfeld zu suchen, hätte der nachfolgende Auf- oder Ausbau der Station auch die Nutzung dieses Areals wieder bewirken müssen, was hier jedoch nicht festzustellen war... 
 
 

4.5. Nachtrag zu weiteren schriftlichen Hinweisen

Vinzenz von Pallhausen in "Beschreibung der römischen Heerstraßen von Verona nach Augsburg", München 1816, S.78:
"Nun kommen wir gleich außer Neumarkt* auf die Römerstation Endide, jetzt ein Dorf Ennye, auch Enn genannt**. Die Benennung ist höchst verwandt mit dem griechischen Endion = Diversorium und Endiodi = intus domi. In der Gegend von Endide wurde ein hübsches Opferbild des Bacchus ausgegraben und nach Innsbruck gebracht. Ober Endide ist noch ein Ort, Villa*** genannt, wo Kaiser Augustus sich öfter belustigt haben soll. Gleich neben Endide liegt die uralte Felsenburg castellum foederis**** in Ruinen, wo ich oben erzählt habe."

* Wenn Neumarkt hier bis zum Trudener Bach verliefe, wäre das eingezeichnete Castrum Endidae ca. 800m davon entfernt. Zählt er auch Vill zu Neumarkt, wären es nur mehr 400m.
** Mit dem Dorf Ennye/Enn könnte Montan gemeint sein, das sich gleich östlich des eingezeichneten Castrum Endidae anschließt und zu dem auch das Schloss Enn weiter bergaufwärts gehört.
*** Mit Villa könnte das eingezeichnete Bauxare oberhalb des eingezeichneten Castrum Endidae (dessen Zivilsiedlung) gemeint sein, das in einem ähnlichen Zusammenhang erwähnt wird (s.o.). Villa wird nur erwähnt ("genannt"), was darauf hinweist, dass er diesen Ort nicht richtig zu Gesicht bekommen hat, wie etwa das Dorf Vill im Talboden. Vielleicht verwechselte er Villa mit Pinzon.
**** Gleich 400m nördlich des eingezeichneten Castrums erhebt sich der Burghügel von Castelfeder. Interessant, dass hier bereits von Pallhausen als Durchreisender zwischen Endide und der Burganlage Castelfeder unterscheidet kann und auch Neumarkt von Endide trennt.

Vinzenz von Pallhausen könnte also mit der Römerstation Endide den untersten (westlichsten) Dorfbereich von Montan gemeint haben und käme damit der hier vorgestellten Endidae-Ortung am nächsten.
 

In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1189 des Bischofs Konrad von Trient wird Neumarkt als "neuer Markt Enn" erwähnt. Daraus lässt sich ein ehemals alter Markt Enn höchstwahrscheinlich um den Bereich Alt-Enn (Castelfeder) erschließen. Dabei könnte noch im Frühmittelalter das alte Forum-Areal des oben vermuteten Castrum Endidae als Marktplatz gedient haben. Später als die frühmittelalterlichen Kriegszüge der ausgehenden Völkerwanderung im Etschtal abnahmen, ist der Handel und Verkehr verstärkt zu den Tälern übergegangen. Infolge dieser Entwicklung dürfte der (alte Vieh-)Markt im Castelfederbereich nach Neumarkt herunterverlegt worden sein. 
 
 

5. Schlussbemerkung

Gehören also zu Endidae und Pons Drusi doch derartige Castra zugeordnet, wie das auch für Maiense (Meran-Mais) gilt? Denn römische (Wach- und) Raststationen säumten die Römerstraßen viel zahlreicher, ohne dass all diese in den Straßenverzeichnissen aufgenommen hätten werden können - und höchstwahrscheinlich wurden uns nicht einmal alle Castra-Orte überliefert. Zumeist wurden an solchen wichtigen Strecken aber nur städtische Siedlungen (Tridentum), Siedlungen an bedeutenden Straßenknotenpunkten und Zollstationen (Sublavio, Maiense) berücksichtigt. Außerdem wäre eine generelle Publikation strategisch wichtiger Lageranlagen im Hinterland ohnehin kontraproduktiv gewesen. Da Endidae jedoch weder eine städtische Siedlung war, noch eine römische Grenzstation, erhöht sich hier die Wahrscheinlichkeit über die Existenz der hier vorgeorteten strategischen Versorgungs- und Straßenkontrollstation an jener wichtigen Nord-Süd-Route mit Zugang ins Dolomitengebiet.

Es bleibt nun den zuständigen Archäologen überlassen, den hier vorgestellten Ortungsergebnissen näher auf den Grund zu gehen. Auch wenn diese in relativ kurzer Zeit induzierten Ergebnisse sich nicht alle bestätigen sollten, dürfte hiermit dennoch eine effiziente, weiter entwicklungsfähige Ortungs- und Rekonstruktionsmethode gegeben sein. Der Einsatz als Planvorgabe etwa wie hier in der Geschichts- und Kulturgutforschung könnte die begrenzten Arbeitsressourcen besser nutzen und auf bedeutsame, schwer auffindbare Forschungsziele ausgedehnt werden, ohne dafür Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte an wertvoller Zeit in Anspruch nehmen zu müssen. Längst müssen sich Archäologen ohnehin fast ausschließlich aufs Notwendigste beschränken: Sichern und Schadensbegrenzen an Kulturgütern aus Zufallsfunden. Besondere Forschungsunternehmen sind hier seitens der Politik meistens zu aufwendig und abenteuerlich, ein möglicher Ertrag daraus dennoch stets willkommen, wegen der unverzichtbaren positiven Impulse für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Baut man jedoch weiterhin nur auf die Norm, Pflichterfüllungen, restriktive Verwaltung, konventionelle Methoden ... überlässt man dieses weite Feld wie bisher den seltenen Zufällen - mit dem Nachteil größerer Zeitverluste, geringerer Einblicksmöglichkeiten, ungenutzter Ressourcen, höherer Aufwendungen und häufigeren Fehlurteilen.

April 2004
 

 

6. Zusammenfassende Ergebnisse 2003-6: Endidae, Castra Vetera, Trutmunt, Arona

 

Die folgenden schematischen Übersichten eröffnen einen Einblick in die Ortungsergebnisse von 2003-2006, die anfangs nur die Lokalisierung von Castrum Endidae vorsahen. Aufgrund der dabei bislang unentdeckten Befunde weitergehender Lagerentwicklungen, wurde dieses Projekt fortgesetzt, um jene ausgedehnteren Strukturen noch einigermaßen zu erfassen, die der verbreiteten Fachmeinung widersprechen (V. Bierbrauer, ...), das Land hätte keine besonderen, spätantik-frühmittelalterlichen Verteidigungsstrukturen aufzuweisen gehabt.* Da diesbezüglich bereits wesentliche Erörterungen vorausgingen, soll hier eine punktuell ergänzende Kurzeinführung zu den Einzeichnungen in den Luftbildern (unten) ausreichen. Etwa zwei Drittel der Einzeichnungen lehnen sich an markanten Hinweisen/Spuren im Gelände – die restlichen sind gedachte Ergänzungslinien:

 

  1. Die längere Hauptentwicklungsphase vom 2.-8. Jh. n. Chr. kann hier übersichtshalber natürlich nur in den Hauptzügen angedeutet werden: Neben den zahlreichen überlagernden Ausbauschritten, sorgten der anschließende Abbau und die darauffolgenden Veränderungen über 1900 Jahre hinweg für eine massive aber nicht vollkommene Spurenbeseitigung. Ein weiterer, entscheidender Grund der verhältnismäßig geringen Befunddichte liegt daran, dass die letzte Hauptausbauphase in germanischen Händen lag, die ihre Bauten im Gegensatz zu den Römern unauffällig der Natur anpassten, sodass es heute oft schwer sein kann, die Strukturierung einer alten Kulturgrundgewinnung oder einer alten, wehrbaulichen Maßnahme zugrunde zu legen, da das eine das andere überlagert bzw. ergänzt. Erst übergreifende Untersuchungsarbeiten können hier Lösungsansätze anbieten. So zeigt beispielsweise das letzte Luftbild „Zentrierte Keltenschanze in Montan (?)“ eine Positionierung regelmäßiger Strukturen, die allein aus zufällig bäuerlicher Ansiedlungspraxis nicht erklärbar ist: Eine Kreis-Quadrat-Anlage zentriert in einer überwiegend natürlichen Halb-Zwölfeck-Geländeform und so ausgerichtet nach astronomisch-geomantischen Gesichtspunkten, was auf eine Art Keltenschanze schließen ließe, könnte damit noch älteren Ursprüngen sein. (festgestellt auch in Kärnten zum keltischen „Noreia...“ )
  2. Die nummerierten Mittellinien bzw. Symmetrieachsen 1-6 versuchen den späteren chronologischen (2.-8. Jh) Entwicklungsverlauf Richtung Osten (rechte Bildseite) hin nachzuvollziehen. Außergewöhnlich sind neben den interessanten Formgebungen, die Versuche diese symmetrisch bzw. symmetrienahe auszurichten. Eine derartige Wegesymmetrie zu den Ausrichtungslinien 5 hat sich beispielsweise bis heute auch in der Namensanalogie Kalditschweg (rom.-lad.) und Kalteggstraße (mhd.) erhalten, mit der alten Bedeutungsgrundlage Steineschlagen-Steinbruch, die bis in die Antike zurückreichen könnte. Das Gebiet weist eine Vielzahl alter Steinbrüche auf, was ebenso auf die einst rege Bautätigkeit vor Ort zeugt. Der Winkelabstand zu 5a-b von einem Grad könnte durch Variantenänderungen verursacht worden sein. Es handelt sich hier um die längste Mittellinie von über 2,5 km. Zu den erforderlichen Vermessungspunkten wurden bereits einige potentielle Messsteine entdeckt.
  3. Das alte Wegenetz kennzeichnet vorwiegend weiße Linien mit Pfeilen, während potentielle Lagerstrukturen je nach Bedeutungsgrad durch unterschiedliche gelbe Linien mehr oder weniger hervorgehoben sind. Zwecks Verdeutlichung der symmetrischen Ausrichtungen sind orientierungshalber zuweilen Anlagebereiche symmetriekonform auf die andere, rechte Seite abgeschwächt hinprojiziert, auch wenn diese dort in ähnlicher Form nicht mehr vorhanden sein können.
  4. Die typisch römischen Rechteck-Anlagen sind hier bereits geländeangepasst. Es folgten noch stärker dem Gelände angepasste Erweiterungen, die zu komplizierteren Formen stilisiert wurden (Adler, Greif, Doppeladler). Wo sich diese nicht aus dem Gelände ergaben, wurde durch künstliche Geländeeingriffe etwas nachgeholfen.
  5. Die römischen Anlagen hatten zumeist genormte Maße. So entspricht das große Rechteck den Maßen des Doppellegionslagers von Xanten Castra Vetera (Castel vetere -> heutige Nennung hier: Castelfeder). Wird dieses Rechteck nach Osten gespiegelt (um die Symmetrielinie 4), deckt sich dessen Mittellinie 2 mit der Mittellinie 6, auf die die Kreis-Quadrat-Struktur positioniert ist. Der Flächeninhalt dieser beiden geometrischen Lagerformen ist interessanterweise identisch, was kaum Zufall sein kann. Ebenso gezielt erscheint die Kreis-Quadrat-Anlage auf die große Terrassenform positioniert worden zu sein, die als Teil eines naturgegebenen Halb-Zwölfecks ausgemacht worden sein konnte, in dem das Kreis-Quadrat zentriert wurde. Siehe dazu letztes Lagebild unten: „Zentrierte Keltenschanze in Montan (?)“
  6. Die maßgebenden Hintergründe der Adlersymbolik weisen hier zudem auf eine besondere militärische Stellung hin, was den ungewöhnlichen Entwicklungsverlauf erklärt: der Adler als römisches Heereszeichen und ostgermanisches Adelszeichen; der Doppeladler im byzantinischen Reichswappen.
  7. Aus diesen speziellen Anlageformen lässt sich außerdem eine nicht-römische Verteidigungstaktik erkennen, mit der Absicht den angreifenden Feind in speziellen Kampfzonen innerhalb der eigenen Festungsanlagen einschließend niederzumachen. Sie scheint ab und zu in den Überlieferungsresten der aventiurehaften Dietrichsagen als (geflügelter) Drache (Greif) auf, der Ritter/Krieger verschlingt.
  8. Bleibt dann noch die Überlieferungsfrage: Warum scheint eine derart bedeutende Wehranlage nicht wenigstens in den Überlieferungen auf?

·         Wie bereits oben hingewiesen, hatte Karl der Große die Neigung, alles was sich seiner historischen Größe im Wege stellte, auszulöschen. Das reichte bis hin zur Geschichtsfälschung. Dieser für die Franken seit je her schwer durchzubrechende Talbereich musste also von seinem Standpunkt aus nicht nur äußerlich verschwinden, sondern auch aus etwaigen historischen Schriften.

·         Geschichtsschreibungen oder Urkunden aus dieser Zeit und diesem Bereich sind äußerst selten. Die wenigen, wagen Hinweise des langobardischen Geschichtsschreibers Paulus Diaconus kamen leider ebenso unter Führung Karl d. Gr. zustande, den er erpresste: Denn mit seiner frankophilen, langobardischen Geschichtsschreibung konnte Paulus Diaconus das Leben seiner Verwandten retten.*

·         Die einzigen Hinweise könnten aus den ältesten noch verbliebenen Überlieferungen dieses Raumes abgeleitet werden - den aventiurehaften Dietrichepen (13. Jh.). Ihre hist. Quellen dürften auf inzwischen verlorengegangenen Chroniken zurückgehen (wie beispielsweise die des Abts Secundus von Trient, 6. Jh., aus der auch Paulus Diaconus schöpfte). Dabei sind „Goldemar“ und „Virginal“ jene Dietrichepen, die sich ganz zentral auf dieses Gebiet bezogen haben dürften:

o        Goldemar: Aus dem leider nur bruchstückhaft erhaltenen Goldemar erschließt sich der Zwergenkönig Goldemar als kaiserlicher Zwerg, hinter dem auch der kleinwüchsige Narses (um 490-574) stecken könnte: Dieser war Eunuch und wohl bekanntester Feldherr des oström.-byzantinischen Kaisers Justinian I. Beim Italienfeldzug gegen die Ostgoten (Dietrich-Theoderich war Ostgote) hatte es Narses nördlich bis in diese Gegend um Trient verschlagen. Seine Goldgier war legendär. Nach seinem Tode fand man seinen Keller bis oben hin mit Gold gefüllt. Goldemar zerstörte hier den Wald und Berg Trutmunt für seinen Festungsbau. Eine derartig großflächige Rodung und Geländebearbeitung würde den hier dargestellten Festungsbau allein schon aus vermessungstechnischen Gründen voraussetzen. Dass dieser hier auch tatsächlich durchgeführt wurde, lässt sich bis heute an der Landschaft und dessen Gelände ablesen, die daher auch den Übernamen „Arkadien Tirols“ trägt und gleichfalls an griechisch-byzantinische Gefilde und ihren Raubbau erinnert. Trutmunt könnte noch heute in den Namen Truden-Montan enthalten sein. Im 20 km entfernten Bozen wurde 769 die älteste noch erhaltene Urkunde des Landes von Tassilo III. unterzeichnet (Schenkungsurkunde zur Klostergründung Innichen), als er gerade aus Rom zurückkehrte. Mitunterzeichner war ein (Graf von) Drudmunt, der hiermit auch seine Herkunft gezeichnet haben dürfte. Drudmunt könnte also seinen Herzog durch sein Territorium im Süden nach Bozen begleitet haben, wie es damals der Brauch war.

o        Virginal: Virginal stellt eine bedrängte Dolomitenkönigin dar, welche Dietrich und sein Gefolge befreien wollen. Ehe sie dazu vom Etschtal aus ins Gebirge steigen, halten sie sich länger in der ausgezeichneten Burg Arona/Arone auf. Noch heute träfe ihre Beschreibung auf Castelfeder und dessen Umfeld zu. Und noch heute fährt man über Auer in die Dolomiten. Im Namen Auer (1215 Ore, 1234 Aura, Aure) klingt noch etwas vom Namen A(u)rona nach. Arona leitet sich jedoch auch von germ.-ahd. ara, aro, aran, aron für Adler ab: ein Hinweis auf eine Adlerburg also? Früher ging der Weg in die Dolomiten von hier aus über Montan-Truden (=Trudmunt). Mouter oder Muter (hier Montan) und Orteneck (zum Flurnamen Ortental von kelt.-germ. Spitze, Ende, spitzes Ende - Endidae) kommen darin als weitere Burgen vor, die jedoch innerhalb einer Chronik die wechselnden Bezeichnungen eines häufiger vorkommenden Festungsbaus gekennzeichnet haben könnten, von der schließlich nur mehr die Epos-Versionen überlebten. An anderer historischer Stelle werden die clusurae Trodena“ erwähnt, die diesen wichtigen Übergang kontrollierten, welche man im Fleimstal vermutet. Einen Rest dieser von fachlicher Seite bislang noch unentdeckten mysteriösen Sperranlagen kann aber in den Pinzoner Egger einfach identifiziert und offen besichtigt werden (unterste Einzeichnungen der folgenden Darstellung).

 

*Als Beleg dafür gelten die kaum vorhandenen archäologischen Spuren von frühmittelalterlicher Wehranlagen (Wie es aussieht hat man jedoch bislang nicht gezielt danach „gefahndet“, denn Karl d. Große verstand es solche Spuren ebenso gezielt zu beseitigen.), und P. Diaconus Beschreibung des fränkischen Feldzugs gegen die Langobarden 590 (dessen hintergründige Botschaft anscheinend bislang ebensowenig durchschaut wurde):

Diesem großangelegten Kriegsunternehmen gingen jahrelange Vorbereitungen voraus, dessen Ziel es war das Langobardenreich in einem dreifachen Zangenangriff einzunehmen. Sieben fränkische Heere erreichten dazu die nordwestitalienischen Städte (Turin, Pavia, Mailand, ....) und warteten hier wie abgesprochen in belagernder Weise auf die verbündeten byzantinischen Heere, die von Ravenna her den nordöstlichen Teil Italiens eroberten. Diese hatten sich jedoch noch mit den 13 fränkischen Heeren zu vereinen, die von Norden her das tridentinische Land einzunehmen hatten, damit ihnen Herzog Evin von Trient anschließend nicht in den Rücken fallen kann. Und gerade daran scheiterte dieses Unternehmen. Einerseits hatte dieses Kontingent mit Evin von Trient inzwischen einen Waffenstillstand vereinbart, anderseits dürfte nur mehr ein Bruchteil dieser Heere im Süden angekommen sein, sodass die byzantinischen Einheiten sich gezwungen sahen, sich wieder zurückzuziehen. Dass dieses Fiasko der fränkisch-byzantinischen Übermacht von P. Diaconus in seiner Langobardengeschichte zur Freude Karl d. Großen verschleiert wurde, kam den Historikern bislang jedoch nicht in dem Sinn. P. Diaconus ließ allerdings jenen einen Durchblick offen, die der Sache auf den Grund gehen wollten:

·         Das Aufgebot von 13 Heeren für die tridentische Flanke im Verhältnis zu den 7 Heeren der Hauptvorstoßrichtung im nordwestlichen Bereich ist enorm. Allein dies belegt, dass die Franken hier schwierigste militärische Verhältnisse erwarteten.

·         Die Hervorhebung von 13 zerstörten tridentinischen Burganlagen, als ob es sich um wichtige Örtlichkeiten gehandelt hätte, in Wirklichkeit aber von zumeist relativ untergeordneter Bedeutung waren.

·         Die meisten Langobarden sollen sich ergeben haben - warum mussten ihnen dann die Franken Kleider und Waffen verkaufen, damit sie nicht verhungerten? Warum zogen sich die Byzantiner wieder zurück?

Genug der Widersprüche! Das Wichtigste kommt hier nicht zur Sprache, dass die fränkischen Heere hier in den engen Talpassagen relativ einfach einzukesseln und von den hohen Flanken her niederzumachen waren – ähnlich wie das Arminius mit den Legionen des Varus in Germanien veranstaltete. Noch dazu waren in diesem Falle die Langobarden hervorragende Bogenschützen, die Franken hingegen ausschließlich Nahkämpfer. Schließlich erhielt Herzog Evin von Trient den ehrenvollen Auftrag die Friedensverhandlungen mit den Franken zu führen, was seine militärischen Leistungen in diesem Bereich unterstreicht, die das Langobardenreich noch einmal aus der Schlinge der übermächtigen Franken befreit hatten.

Erst nach fast zweihundert Jahren konnte das Langobardenreich dann von Karl d. Großen wirklich erobert werden. Nach einer bekannten Sage gelang es ihm die gefürchteten langobardischen Tal- und Passsperren nur durch Verrat zu Durchdringen. 


   
 

 

7. Literaturauswahl


Archäologie der Römerzeit in Südtirol 
Forschungen zur Denkmalpflege in Südtirol - Abteilung Denkmalpflege, Amt für Bodendenkmäler 
Herausgeber: Lorenzo Dal Ri, Stefano di Stefano
Folio-Verlag, Wien 2002. - S. 1150

Bierbrauer, Volker: 
Langobarden, Bajuwaren und Romanen im mittleren Alpengebiet im 6. und 7. Jahrhundert :
Siedlungsarchäologische Studien zu zwei Überschichtungsprozessen in einer Grenzregion und zu den Folgen für die 'Alpenromania'
Grenzen und Grenzregionen; 1994,  S. 147-178

Dal Ri, Lorenzo; Baggio Bernardoni, Elisabetta: 
Una campagna di scavo a Castelfeder: notizia preliminare 
Aus: Aquileia Nostra, Vol. 57, 1986. - S. 849-864

Dal Ri, Lorenzo und Marzoli, Catrin: Castrum Vetus birgt noch Geheimnisse 
Monatszeitschrift "Das Land Südtirol" der Südtiroler Landesregierung, Juni 2003

Langes, Gunther: Überetsch und Bozner Unterland, 5. überarbeitete Auflage
Verlagsanstalt Athesia - Bozen, 1991. S. 220 

Lona, Heinrich: Auer im Südtiroler Unterland
Herausgeber: Verkehrsverein Auer, 1977. - S. 307 

Malfér, Viktor: Castelfeder - das Arkadien Tirols,  2. Auflage
Heimatschutzverein - Bozen, 1980. - S. 81 mit Karte

Montan - Band 1
Mit Beiträgen verschiedener Autoren 
Herausgeber: Schützenkompanie Montan, 2003

Naturerlebnisweg Castelfeder
Text: Martin Schweiggl - Amt für Landschaftsökologie, u.a.
Autonome Provinz Bozen-Südtirol, 2003. - 12 Blätter

Neumarkt an der Etsch
Mit Beiträgen verschiedener Autoren 
Herausgeber: Verein für die Ortspflege, Neumarkt, 1997

Pallhausen, Vinzenz von: 
Beschreibung der Römischen Heerstraße von Verona über Trient, Botzen, Brixen, Innsbruck
und Partenkirchen etc. nach Augsburg : mit archäologischen, historischen, topographischen,
etymologischen und mythologischen Notizen und Abhandlungen
München : Lentner, 1816. - XII, S. 376 
(Bojariae Topographia Romano-Celtica) 

Reinecke, Paul: Endidae
Zeitschrift "Germania" - München, 1926, Heft 2. - S. 150-155, 

Tafner, Enrico:
Radiestesia archeologica : studi e ricerche 1979 - 89 
Selbstverlag - Trento, 1989. - ca. 70 Blätter

Vigevani, Alessandro; Zanetti, Paolo: 
Paolo Diacono cronista
Udine : Ed. Longobarde, 1989. - S. 91 

Wolkenstein, Max Sittich von: Landesbeschreibung von Südtirol
Schlern-Schriften Nr. 34, 1936
 

Winfried Huf, Bahnhofstraße 14, I-39040 Auer