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2007 Copyright by Winfried Huf, Tyrol
Bechelarn (Rüdiger
von Bechelaren)
Neue Ortungsergebnisse zu Bechelaren und Castrum
Wogastisburg
Nov. 2007
Einführung
Bechelaren
gilt im Nibelungenlied als
wichtigste Zwischenstation der Nibelungen
auf ihre Reise nach Osten. Rüdiger
von Bechelaren wird dabei als der gastfreundlichste Wirt dargestellt.
Bekanntlich geht dieses symbolträchtige Idyll beim Hunnenkönig Etzel letztlich je zu Grunde. Über
die dahinterliegende, stark verwobene Geschichte bin ich in der Studie zum Nibelungenschatz
(und ferner zu Rüdiger
von Bechelaren - Wogastisburg) etwas näher eingegangen. Hier soll es
hingegen nur um die Lokalisierung und den Rekonstruktionsversuch zur Burg
Bechelarn (ferner Wogastisburg) gehen, die allgemein mit dem alten röm.
Stadtkern Pöchlarn (Niederösterreich) gleichgesetzt wird. Der Großteil des
Arbeitsaufwandes von hierzu insgesamt einer Woche wurde im Nov. 2007
durchgeführt.
Die
bekannten Ortsnamen zu Bechelaren
Vorrömisch: Arilapa (illyrisch: Adlerfluss) soll
den dortigen Zufluss (heute: Erlauf)
bezeichnen.
germ. Übertragung: ara, arn Adler, lapan
trinken, schlürfen. Ergibt: trinkender
Adler
Römerzeit: Arelape, das zuerst ein
Infanterielager ist, dann ein Kavallerielager am Donaulimes. Aufgrund der
römischen Verluste im östlichen Pannonien wird hier ab 395 auch die
Kommandantur der Donauflottillie hin verlegt.
832: Castrum Herilungoburg* (ahd. heriunga Verheerung - was in der Fredegar-Chronik zur Wogastisburg
Erwähnung findet und indirekt auch im Nibelungenlied)
1042: Bechlare, dann: Bechelaren,
de Pechlarn
heute: Pöchlarn
*Am
6.Oktober 832 schenkte der Enkel Karl des Großen, König Ludwig der
Deutsche, dem Bistum Regensburg (St. Emmeram) das Gebiet um die "Heri1ungoburg" die spätere
Hofmark Pöchlarn mit den Orten Pöchlarn, Brunn, Harlanden, Steinwand,
Röhrapoint, Knocking, Ornding und Wörth.
Mögliche
weitere Ortsnamensbeziehungen
630: castrum
vuogastisburc (Fredegar-Chronik),
Wogastisburg
Hier
wird das fränkische Heer Dagoberts I. von Samo vernichtet.
ahd.
wuosten, wuosti (herion)
vernichten, vernichtet, verheeren, wuogasti*
wie heriunga eine Beugung zu
Verheerung/Vernichtung (?), also die „Burg der Vernichtung“.
Nebenbei:
germ. wogjan erwähnen, gasti(z) Gast: Bezug zur
ausdrücklich erwähnten Gastlichkeit bei der Aufnahme des Nibelungenheeres
durch Rüdiger und Gotelind (?).
Als
germ.-ahd. wegaziburg oder wogaziburg könnte Straßenburg oder
Wogenburg bzw. Wasser- oder Flussburg gemeint sein. Pöchlarn lag inmitten
eines gefährlichen Donauabschnittes. Noch heute heißt der Abschnitt davor
Strudengau. Strude(l)n und Wogen wären bedeutungsähnliche Begriffe.
Altslawisch:
gost/gast/gošc für Kaufmann.
Diese Assoziation führen Historiker aus dem slawischen Raum zu Wogastisburg
an.
Bekkelarn zu Bechlare und Bechelaren (Bedeutung
mit vermutlich keltischem Ursprung)
germ.
bekk- Schnabel, ahd. bilarn Kiefer, lat. beccus Schnabel; Wort mit keltischem
Ursprung. Könnte damit auf eine Hafenstadt oder Hafenburg hinweisen.
Erinnert an den trinkenden Adler (are-lapan),
siehe oben, oder an den Adlerschnabel (bekkel-arn),
was auf dasselbe hinauslaufen würde und auf die Form der Burg hinweisen
könnte: eine Art Schnabelburg. Das wiederum könnte sich auf eine
Hafensiedlung mit Vogelkopfform beziehen, bei der eventuell die
Schnabelseite den Hafen darstellen würde, welche dann zur Donau hin
angelegt worden sein müsste – daher vermutlich die Bezeichnung: trinkender
Adler.
Diese Hinweise sollten
vorerst ausreichend sein, um im weiteren Umfeld von Pöchlarn fündig zu
werden:
Lokalisierung
und Rekonstruktionsversuch am Luftbild
Die gelben Einzeichnungen
zwischen Ornding, Wörth und Donau zeigen schematisch zwei der möglichen
Hauptvarianten von vogelkopfartigen Inselformen auf (kleinerer Entenkopf
geradeaus blickend und größerer Adlerkopf nach unten schauend), die einmal
auf eine urspr. keltische Hafensiedlung hinweisen könnte, später auf das
germanische Bechelaren bzw. Bekkelarn
(Adlerschnabel) und schließlich auf das germ.-slaw. Castrum Wogastisburg. Die Adlerkopfinsel ergäbe sich durch
Überschwemmung und die Verlandung von Buchten der kleineren Entenkopfinsel.
Die beiden, weißen Pfeillinien stellen den jeweils möglichen Hauptzugang
vom Land aus dar. Eine Bestätigung derartiger Strukturen könnten
geophysikalische Sondierungen (Geomagnetometer) bringen.
Ergänzende
Ortsnamenshinweise:
Ornding: germ. arn-ding Adler-Ding
Wörth: germ. werda würdig, Wert, werdu Wirt, Bewirtung (Rüdigers würdige Bewirtung); ahd. uuerid, werid: Land zwischen zwei
Flüssen, Flussinsel, Siedlung an Gewässer …

Rekonstruktion einer
Slawenburg wie man sich im Falle Wogastisburg und Bechelarn dies ebenso
vorstellen könnte:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Slawenburg1.jpg&filetimestamp=20060608093733
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:AussehenSlawenburg.jpg&filetimestamp=20061114092231
In Wörth befindet sich heute
eine Kläranlage.
Eine
http://www.poechlarn.at/
http://de.wikipedia.org/wiki/Wörth
http://de.wikipedia.org/wiki/Wogastisburg
http://de.wikipedia.org/wiki/Rüdiger_von_Bechelaren
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